von Dr. Elisabeth Kärcher
Die erste Konferenz zur europäischen Studie über den Berufsausstieg von Pflegekräften untermauert die schlechten Noten für Deutschland, will aber dennoch Mut machen. Mit fast einem Fünftel der Beschäftigten in der Kranken- und Altenpflege, die ihren Beruf verlassen, liegen die Zahlen hierzulande erschreckend hoch.
Aber: Manchen Einrichtungen gelingt es besser als anderen, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die gerade die motivierten jungen Mitarbeiter – die laut Studie besonders ausstiegsgefährdet sind – im Beruf halten. Denn die Begeisterung für die Pflege ist hoch. Was fehlen, sind Anerkennung, Personalentwicklung und Vereinbarkeit mit einem erfüllten Privatleben.
Etwa 100 Teilnehmer lockte die Konferenz am 24.2.2005 trotz Schnee und Kälte nach Witten. 100 Aktive aus der Pflege und der Wissenschaft, die Antworten suchten oder mehr Details der Studie erfahren wollten. Denn die fast 40.000 beantwortete Fragebögen aus 11 europäischen Ländern sind noch lange nicht in allen Details ausgewertet und veröffentlicht.
Mit reinen Übersichtsreferaten zu Studienergebnissen und mit oft gehörten allgemeinen Lösungsansätzen blieb die Konferenz jedoch hinter ihren Möglichkeiten zurück. Was genau macht die Situation in der Pflege in Belgien oder Finnland so gut? Länderhintergründe, die die Partnerinstitute der Länder hätten berichten können, fehlten.
Wieder einmal bewahrheitete sich: Die besten Gespräche sind die in den Pausen am Stehtisch bei Kaffee und Tee.
Informationen: www.next-study.net - nurses early exit study
2005-03-07 von Dr. Elisabeth Kärcher
Text: ©Dr. Elisabeth Kärcher
Foto: ©Dr. Elisabeth Kärcher
Haben Sie Fragen? Schreiben Sie Dr. Kärcher: elisabeth.kaercher@wirtschaftswetter.de
wirtschaftswetter.de
© 2003-2007 Angelika Petrich-Hornetz Online-Zeitschrift Wirtschaftswetter