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Online-Einkauf aus Verbraucher-Sicht

aufgeschrieben von Angelika Petrich-Hornetz


Einkauf

Die jüngste GfK-Marktforschungsstudie lässt den Online-Handel optimistisch in die Zukunft schauen. Mehr als 7,2 Milliarden Euro gingen allein im ersten Halbjahr 2006 über den virtuellen Ladentisch, 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die GfK rechnet im zweiten, traditionell verkaufsstärkeren Halbjahr mit einem weiteren Umsatz von rund 15 Milliarden Euro. Über 21 Millionen Deutsche bestellen bereits übers Internet, Tendenz steigend. Aber sind die Käufer auch zufrieden, ist der Online-Shop ein wirklicher Ersatz oder ein Zusatz? Wir fragten, Sie anworteten zum Für und Wider des Online-Einkaufens.

Gesine, 37: Kleidung kaufe ich nur im Geschäft. Ich will sie anprobieren, die Qualität fühlen und nicht zuletzt: lesen, wo sie hergestellt und wie zu waschen ist! Musik (CDs) und Bücher bestelle ich schon seit einem Jahrzehnt über’s Internet, auch vergriffene und es gab nie Probleme, im Gegenteil, man kann in Ruhe suchen. Der Buchhandel vor Ort muss das Gesuchte auch oft erst bestellen.

Udo, 45: Was ich für den PC brauche bestelle ich online, auch sonst viel. Nur Lebensmittel nicht. Da ging einmal ein Gurkenglas auf, es lief in das ganze Paket aus und beschädigte weitere, bestellte Produkte. Bis heute warte ich auf die Ersatzlieferung..

Barbara, 62: Ich hab mich an meinen Computer gewöhnt und nutze ihn, um zu schreiben, Fotos zu senden und vieles mehr. Regelmäßiges Einkaufen kann ich mir online noch nicht vorstellen. Da muss man sich in den Internetläden lange durchklicken und Kennwörter ausdenken, die ich mir unmöglich alle merken kann. Aber für den einen Enkel habe ich einmal ein Schaukelpferd bestellt. Das war eine schöne Überraschung für ihn und für mich bequem, die Bezahlung auf Rechnung, ganz genau wie mit Katalog.

Sabine, 36: Vieles wird in unserem Haus online gekauft, vieles aber auch nicht. Sonderangebote – die mit denen sich wirklich sparen lässt - bekomme ich nämlich meistens vor Ort und nicht aus der Ferne über Computer

Sven, 25: Wir bestellen viel bei Ebay. Zweimal gab’s Ärger. Einmal kriegten wir die Ware nicht, ein anderes Mal war die kaputt. Ansonsten war alles easy und so günstig wie nirgendwo anders. Lebensmittel kaufe ich auf der grünen Wiese, weil die Preise besser sind.

John, 42: Als Amerikaner in Deutschland musste ich mich daran gewöhnen, einige Dinge lieber persönlich zu kaufen. Manche Versender meldeten sich nicht auf meine Frage per E-Mail. Das kannte ich vorher nicht. Bei den Großen klappt es recht gut, aber auch nicht immer mit der Anwort.

Renate, 58: Im Internet bestelle ich fast alles, nicht oft, aber manchmal auch Lebenmittel, Getränke lass ich sowieso liefern. Online bestellen und beliefern lassen bedeutet für mich ein Stück Wirbelsäulenentlastung: Nicht ich, sondern der Postbote schleppt die Kartons. Ich hatte schon einen Bandscheibenvorfall und einer reicht. Meine Nachbarin nimmt die Lieferungen an, wenn ich arbeite. Dafür passe ich manchmal auf ihr Kind auf, wenn sie abends weggehen will. Es geht doch nichts über gute Nachbarschaft - und das Internet, wenn man sich einteilen muss.

Günther, 58: Filme, Musik, Bücher und Computerteile bestelle ich online. Kleidung und Lebensmittel nicht, bei letzteren möchte ich sehen, was drin ist, bei Sachen zum Anziehen vor dem Kauf wissen, ob sie mir passen. Im Fachhandel vor Ort informiere ich mich, vergleiche die Preise und bestelle dann dort, wo es günstig ist.

Murat, 28: Ich habe ein paar Krawatten von meiner Mutter geschickt bekommen und sie bestellte die tatsächlich online! Ich bin dabei geblieben, habe sozusagen einen Krawatten-Haushändler im Netz, wo ich einmal im Jahr mindestens eine kaufe, weil nichts schlimmer ist als Krawatten von vor fünf Jahren. Online bestellen ist sehr praktisch, wenn man viel arbeitet, ich habe keine Zeit zum Einkaufen in der Stadt. Man muss allerdings gerade bei Geschenken im Internet fast genauso lange suchen wie in normalen Läden. Das geht dann aber auch am Wochenende und nach 20:00 Uhr.

Britta, 27: Es gibt ein paar kleine Läden, in denen ich Bekeidung, Kosmetika, Pflege, Geschenke usw. bestelle. Was mich aber ärgert: Die Suche dauert ewig. Froogle zum Beispiel listet nur diejenigen, die sich selbst eintragen, macht nicht jeder. In den Suchmaschinen findet ich den kreativsten Schmuckhersteller nur deshalb nicht, weil der keine Ahnung von Suchmaschinen hat. Nützt mir also nix, ich würde mir eine reine Geschäfte-Suchmaschine für Privatkunden wünschen, in die nur Online-Versender aufgenommen werden.

Miriam, 38: Wir bestellen bereits einiges online und es wird immer mehr, Bequemlichkeit und Zeitersparnis sind für mich und meine Familie dabei das wichtigste Argument.

Aquaristik Michelle, 43: Ich bin wohl ein Gewohnheitstier. Bücher, DVD, Tickets ja, doch meinen Urlaub buche ich lieber in meinem netten Stamm-Reisbüro, vor allem dann, wenn ich noch gar nicht so genau weiß, was und wohin ich will. Da fehlt mir dann im Internet die Beratung.

Helmut, 65: Nie wieder, hab ich gedacht, als ich vor einem Jahr eine beschädigte Digitalkamera bekam und dann gab es viel Ärger mit Rücksendung und Ersatz. In der Zeit hätte ich glatt zwei Wochen Italienurlaub machen können. Dann habe ich vor einer Woche Aquariumzubehör online gekauft, auf Rechnung, und es funktionierte alles sehr gut. Nur leider steht auf den Online-Shops nicht drauf, wer Ärger macht und wer nicht.

Fortsetzung folgt. Sie möchten auch Ihre Meinung abgeben? Wir freuen uns auf Sie unter: leser@wirtschaftswetter.de

2006-10-01 by Angelika Petrich-Hornetz
Text: © Angelika Petrich-Hornetz und Leser
Quelle Zahlen: GfK
Illustration: © Angelika Petrich-Hornetz
Foto, Motivationsbanner © Ines Kistenbrügger

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